Reiseblog von Wolfram Eisenblätter

18. November 2017

18.11.2017 Knuckle Hill Track

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 09:46

Dank meiner gestrigen Vorbereitung konnte ich heute sehr früh aufbrechen. Um sieben ging es los. Dreiunddreißig Kilometer Wegstrecke bist zum Track. Gut die Hälfte davon Gravel Road / Schotterstrecke.
einweg-damm
Es gibt Straßen, auf denen wünscht man sich einfach keinen Gegenverkehr. Der unasphaltierte Teil der Straße führt über einspurige Brücken, einspurige Dämme die beidseitig von Wasser gesäumt sind oder einfach nur am Abgrund entlang. Die Chance Sonnabend zwischen sieben und acht Uhr morgens auf Gegenverkehr zu treffen ist hier sehr gering.
Knuckle Hill Track
kh trak
Irgendwann stand ich dann auf einen Parkplatz mitten im Wald (kleine sandige Lichtung trifft es wohl eher). Mit strammen Schritten ging ich los. Eine Stunde Waldmarsch. Riesige Bäume, meterhohe Farne, vom Blitz getroffene Baumleichen und ein Weg der immer steiler wurde. Das letzte Drittel der Wegstrecke führt nicht mehr durch den Wald.
wald kh
riesenfarn kh
Die Baumgrenze ist erreicht aber dafür wird der Weg echt beschwerlich. Auf einem Schild verkündet die Naturschutzbehörde, dass der Track hier endet. Bis zum Gipfel gibt es nur noch kleines Buschwerk und Tussockgras. Streckenweise war der Pfad nicht erkenntlich. Da der Gipfel bereits in Sichtweite. ist kann man sich eigentlich nicht mehr verlaufen. Drei tiefe Schlammlöcher habe ich auf mitgenommen. Die Tage sind sehr warm, aber in Bodennähe hält sich die Feuchtigkeit trotzdem und ab und zu versteckt sich auf dem Weg ein Schlammloch.
kh we
gipfel kh
Auf dem Gipfel wartet die Belohnung, ein Rundblick wie er selten genossen werden kann. Eine Stunde verbrachte ich dort. Die Aussicht und Einsamkeit genießen, träumen und sich den Wind um die Nase wehen lassen…
ausblick vom kh
Der Rückweg auf der Schotterstraße erforderte mehr Aufmerksamkeit als zuvor. Ab und zu kam dann doch ein Fahrzeug. Zufrieden und glücklich traf ich nach ca. sechs Stunden wieder im Motor Camp ein. Mein Knie hat sich den gesamten Weg nicht gemeldet. Ich vermute nun habe ich den Rest meiner Schreibtischmuskulatur abgelegt.

Für den morgigen Tag habe ich noch keinen Plan. Auf jeden Fall geht es Richtung Süden. Ob nun West- oder Ostküste werde ich spontan entscheiden. Nach Kaikura (Ostküste) soll es derzeit sehr beschwerlich sein. Die Straßen sollen noch immer von dem Erdbeben 2016 stark beschädigt sein.

17.11.2017 Picton – Collingwood

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 09:10

Sonnenschein, Schäfchenwolken und Temperaturen über 20 Grad
Mein Aufbruch erfolgte erst am späten Vormittag, denn ich hatte lediglich das Ziel Collingwood zu erreichen. Immer wieder habe ich die Fahrt unterbrochen. Frühstücken, Tanken, Umschauen und dazwischen ohne Hast weiterfahren. Die Strecke ist nicht sehr weit. Zweihundertsiebenunddreißig Kilometer waren zu bewältigen. Ein nicht unwesentlicher Teil führt am Abel Tasman Nationalpark entlang. Eine Stunde Fahrt ging es dort die Serpentinen hoch und wieder runter. Teilweise bewegte ich mich mit weniger als dreißig Stundenkilometern und das war auch gut so. Danach wurde die Landschaft merklich ländlicher… mit vielen Kühen, Schafen und kleinen hübschen Dörfern.
collingwood mc 3
collingwood mc 1
Gegen siebzehn Uhr traf ich im Collingwood Motor Camp ein. Mir blieb genug Zeit den morgigen Tag vorzubereiten und in Ruhe ausklingen zu lassen.
Zur Unterkunft: Diesmal bezog ich eine Vierbett-Cabin, aber erst nach dem ich mich vergewissert hatte, dass ich auch der einzige Mieter bleiben werde.
collingwood mc 2

16. November 2017

Interislander, Wellington – Picton / Cook Strait

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 09:45

2017-11-16-fahre
Schon um halb fünf machte ich mich auf die Socken. Deshalb stand ich als einer der ersten vor dem Check-In. Mein Fahrzeug fuhr als erster PKW auf die Fähre … und alle andern Fahrzeuge folgten. Nix, aber auch gar nix ist passiert. Alle Autos sind in Ordnung, was für ein Erfolg. Ist der Fluch gebrochen?
2017-11-16-cook-strait
Drei Stunden dauert eine Durchquerung der Cook Strait. Strahlender Sonnenschein, weiße Schäfchenwolcken und die Temperatur liegt bei über 20 Grad, was will man mehr? Am schönsten ist die Fahrt durch den Marlborough Sound.
picton 1
picton 2
Kaum von Bord, habe ich sofort den Campingplatz aufgesucht. Relativ leer hier… Ich hätte sicher auch ohne Reservierung eine Unterkunft bekommen. Mir wurde eine kleine Hütte mit dem Namen „Hunters Hut“ zugewiesen. Über dem Kopfende des Bettes hängt ein riesiges Geweih. Die restliche Deko hat auch irgendwie mit der Jagd zu tun. Ich werde vorsichtshalber mein Haupt heute Nacht nicht unter die Jagdtrophäe legen. Die Hütte ist kaum größer als ein Doppelbett, hat aber elf Steckdosen.
hunters hut 1
hunters hut 2
Nachdem die Hütte von mir bezogen wurde musste ich mich um Proviant kümmern. Meine gesamten Vorräte sind ja im Camper geblieben (mögen sie lange unentdeckt bleiben). Nun sitze ich hier vor der Hütte und schreibe für den Blog. Der Rest der Reise kann so weitergehen.

Nachtrag: Die Kiwis / Die Neuseeländer lieben ihr Camping. Auf den Campingplätzen gibt es neben den Plätzen für Zelte, Stellplätze für Wohnmobile und kleine Hütten “Cabins“ genannt.
Und ich bin jetzt nicht nur im Besitz eines Schlafsacks, sondern auch ein Zelt und eine Isomatte sind jetzt dazugekommen. Wenn es mal mit der Unterbringung nicht klappen sollte, dann habe ich jetzt eine Alternative.

15. November 2017

Auf nach Wellington

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 10:45

Taupo - Sonnenschein - 25 Grad
Der erste Tag der fast 100%ig gut verlaufen ist. Ich will mal nicht so mäklig sein, es waren 100%. ;)
Gestern Abend habe ich für die ersten beiden Nächte via Internet Unterkünfte für meine Weiterreise gebucht. Am Morgen blieb nur noch das Zusammenpacken meiner Sieben Sachen. Beim Abschied von der Birkenhoff Lodge und Brett wurde mir ein wenig schwer uns Herz. Brett verzichtete, für die letzten Tage, auf die Bezahlung meiner Unterkunft. „Du brachst das Geld für deine Weiterreise.“ waren seine Worte. Hoffentlich werden wir uns mal in Berlin wiedersehen.
Bevor ich Taupo endgültig verließ, beschaffte ich mir noch neue Wanderstiefel und einen Schlafsack. Die anschließende Fahrt nach Wellington verlief ohne viel Mühe und Zwischenfälle ;) Zwei bis dreimal habe ich angehalten, verschnaufen, Sonne tanken, Stille genießen…
unterwegs nach wellington 1
unterwegs nach wellington 2
Gegen 19 Uhr traf ich in Wellington ein. Die gebuchte Unterkunft liegt auf einer der zahlreichen Berge die Wellington umgeben. Top Lage und super Aussicht, nur öffnen wollte niemand. Nach einem Anruf und rd. 60 Minuten Wartezeit erledigte sich auch dieses Problem. Ich vermute die Dame hat nur ein kleies Nickerchen gemacht.
Nachtrag:
Seitdem ich wieder der Herr meines Schicksals bin fühle ich mich wieder frei und glücklich. Außerdem habe ich meinen kleinen PKW getauft. „Blue Bird“ – ein Auto braucht einen guten Namen, damit es auch gute Dienste leisten kann. Der Camper auf meiner ersten Neuseelandreise hieß „ Die Möhre“. ;)
Und mein Reisebüro hat sich gemeldet. Sie wollen versuchen vom Autoverleiher Apollo etwas Geld zurückzubekommen. Ob das wohl klappt, … das weiß nur der Kiwi.
wellington

14. November 2017

14.11.2017 Taupo Tag 3

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 10:25

Habe lange geschlafen und überlegt ob ich Gepäck nach Hause senden kann. Drauße strahlender Sonnenschein. Gegen Mittag kontaktierte mich Erich wieder. Folgende Optionen teilte er mir mit.
Am 24. November stellt mir Apollo ein Ersatzfahrzeug in Christchurch zur Verfügung. Hier sollte eigentlich meine Reise am 12. Dezember enden. Die zweite Option ist am 21. Ein Fahrzeug in Wellington (oder Auckland?) zu bekommen. Weil es sich um einen Unfall und um keinen Fahrzeugschaden handelt muss ich alle anfallenden Koste wie z.B. Unterkunft, Anfahrt, etc. selber tagen. Ich könnte natürlich auch den Vertrag auslaufen lassen. Geld gib es aber eh nicht zurück. Ich bat Erich mir alles schriftlich zukommen zu lassen. Mal sehn was passiert. Irgendwie habeich das Gefühl da kommt noch was.
So da nun die Katze aus dem Sack ist bin ich ruhiger. Habe bereits einen kleinen schicken PKW gemietet. Rückgabe am 12, Dezember am Airport in Christchurch.
mietwagen
Ich habe lange überlegt ob ich den Blog weiterführen soll. Nun… ich bin zu der Einsicht gelangt, dass man euch nicht die gesammelten Pleiten, Pech und Pannen vorenthalten kann. Und wenn ihr ein wenig darüber Schmunzeln könnt, dann freut es mich.
Lake Taupo

13.11.2017 Taupo Tag 2

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 09:08

palme und ich
Der Typ (Brett) der hier den Laden schmeißt ist richtig cool drauf. Er hat mir gute Ratschläge und Empfehlungen gegeben. Denen bin ich gleich gefolgt. Durch Taupo schlängelt sich der Waikato River. An dessen Ufer liegt u.a. auch der Spa Thermal Park. Gleich am Eingang befindet sich Taupo Bungy.
bungy
2017-11-13-waikato-river
Das Wetter so toll war (habe ich auch gleich einen Sonnenbrand eingefangen) habe ich lieber die Sonne genossen und das Springen auf ein anderes Mal verschoben. Folgt man den Ausschilderungen so erreicht der Wanderer nach ca. einer Stunde die Huka Falls. Hier zwängt sich der Waikato River schäumend und brüllend durch eine enge Schlucht.
2017-11-13-ich-am-fluss
Ein tolles Schauspiel. Im Anschluss bin ich den Weg zurück und habe bei einem Uhrmacher mein Armband reparieren lassen. Wenigstens gibt es ab du zu ein Erfolg. Und dann erreichte mich der Anruf von Erich aus Australien. Mit der Ruhe eines Schweizers erklärte er mir dass es vorerst kein Ersatzfahrzeug geben wird. Na dann schaun wir mal…
waikato river 2

12.11.2017 Taupo Tag 1

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 07:59

12.11.2017 Taupo Tag 1
Habe gleich heute Morgen mit Berlin telefoniert. Meine Familie hat mich telefonisch unterstützt. Apollo bekommt erst am Montag einen Fahrer. Die Übergabe eines Ersatzfahrzeuges könnte dann noch rechtzeitig klappen. Die Überfahrt zur Südinsel wäre gesichert.
Da ich nichts ändern und zur Untätigkeit verdammt habe ich mich um andere Dinge gekümmert. Z.B. habe ich in Taupo sämtliche Outdoor- und Sportgeschäfte abgeklappert. Überall wurde mir sehr freundlich erklärt, dass in meiner Größe keine Trekkingstiefel vorrätig sind. Nun kenne ich das Stadtzentrum ziemlich genau. Ziemlich zeitig war ich dann wieder in der Unterkunft. Von meinem Zimmer aus kann ich den Te Maari Krater sehen.Blick aus dem Fenster der Berkenhoff Lodge

11.11.2017 Stunde Null

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 07:43

Der Camper war am Morgen bereits vorbereitet. Ich konnte mich pünktlich auf den Weg zu meiner nächsten Reiseetappe machen. Zuvor wollte ich in Taupo neue Trekkigstiefel kaufen.
Kurz nachdem ich auf den State Highway 47 abbog erwischte mich eine Windböe und drückte das Auto von der Fahrbahn. Das waren nur wenige Zentimeter, die reichten jedoch um nicht mehr steuern zu können. Es ging alles so schnell. Die beiden Airbags knallten und wenige Sekundenspäter halfen mir fremde Menschen aus dem Fahrzeug. Polizei, Ambulanz, ewiges Warten auf den Abschleppwagen…
Ich habe mir kein Haar verletzt. Es hätte aber anders ausgehen können, den gleich neben dem verunfallten Fahrzeug ging es ziemlich tief abwärts.
Nach langem suchen habe ich ein Zimmer in der Berkenhoff Lodge in Taupo gefunden. Ein Backpacker der einige Einzelzimmer hat.
B-Lodge

13. November 2017

10.11.2017 Ketetahi Track

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 06:58

Der Ketetahi Track (13 Kilometer hin und zurück) ist ein Abschnitt des Tongariro Alpine Crossing. Zwischen sieben und acht Kilometern schlängelt sich der Track erst durch dichten teils morastigen Wald. Inmitten des Waldes führt der Weg über eine Lahar-Gefahrenzone.Lahar Zone
Die Beschilderung fordert den Wanderer auf nicht unnötig zu verweilen sondern zügig voranzuschreiten. Nach dem die 700 Meter lange Zone durchquert ist, führt der Weg stetig bergauf. Auf fast genau 1000 Metern Höhe befindet sich die Baumgrenze. Das dort wachsende Buschwerg wird, im weiteren Verlauf der Wegstrecke durch das für Neuseeland typische Tussockgras abgelöst. Zwei kleine Bäche müssen überwunden werden. Vom Trinken des Wassers muss ich dringend abraten. Einer der Bäche ist von der Farbe her grau und riecht etwas schwefelig. Der Rest es Weges schlängelt sich weiterhin Meter für Meter den Mount Tongario hinauf bis auf ca. 1450 Meter Ketetahi Shelter erreicht ist.
Von hier aus können die aktiven Te Maari Krater aus nächster Nähe betrachtet werden.Te maari Krater
Ketetahi Shelter ist geschlossen und wird seit der Te Maari Eruption im Jahr 2012 nicht mehr genutzt. Das Dach ist an zwei Stellen von Gesteinsbrocken durchschlagen worden. Durch die großen Fenster kann betrachtet werden was im Inneren des Gebäudes angerichtet wurde. In der unmittelbaren Nähe des Gebäudes befindet sich auch ein 3 Meter größer Einschlagkrater.Einschlag 2
Einschlag 4
Einschlag 1
Einschlag 3
Nach einer großzugigen Pause musste ich mich auf den Rückweg begeben. Seit gestern habe ich Probleme mit meinem linken Knie. Der Aufstieg hat mich daher zu viel Zeit gekostet, außerdem wurde auch wegen der Schmerzen die Rückkehr notwendig. Den Besuch des Red Crater muss ich wohl auf einen anderen Urlaub verschieben.
Am frühen Abend erreichte ich wieder den Whakapapa Holiday Park der sich auf der anderen Seite des Tongario Nationalparks befindet.

9. November 2017

09.11.2017 Tama Lakes

Abgelegt unter: Neuseeland 2017, Reisen — Wolfram @ 12:03

Zwischen den aktiven Vulkanen Mount Ruapehu und dem Mount Ngauruhoe befinden sich eine Reihe von Explosionskratern. Zwei davon bilden wunderschöne Kraterseen, der Upper und der Lower Tama.
Taranaki Falls
Bevor ich mich auf den Weg machen konnte musste ich noch ins Office. Die Dame im Office fragte mich ständig ob ich so oder so heiße. Immer wieder verneinte ich. Irgendwann begriff ich: Sie hielt mich für einen Gast der bereits vorbestellt hatte. Das ist auch notwendig, da dieser Nationalpark sehr beliebt ist. Ich erzählte ihr als die Geschichte von dem unbekannten Mann der mir den Stellplatz verschaffte. Ich muss sehr glaubhaft gewesensein, denn ich konnte weitere zwei Nächte dazubuchen.
Upper TamaLake
Nachdem der bürokratische teil erledigt war konnte ich mich auch sofort, bei strahlendem Sonnenschein, auf den Weg machen. Dieser führte durch einen Bergbuchenwald vorbei an den Taranaki Falls. Dieser ist nicht sehr groß, aber sehr imposant. Aus 30 Meter Höhen donnert kristallklares Wasser in die Tiefe um dann von einem reißendem Bach fortgeführt zu werden. Mit zunehmender Höhe wird die Vegetation immer spärlicher. Der Wald wird von Büschen und Gräsern abgelöst und diese dann vom Lavagestein, Moosen und Flechten. Nach ca. 2 ½ Stunden strammen Marsches und rund 13 zurückgelegten Kilometern waren die Lakes erreicht. Der Lower Tama liegt unterhalb des Upper Tama. Am höher gelegenen Kratersee verweilte ich über eine Stunde. Lediglich Wind, Wasser und Vögel waren hören.
Der Rückweg erfolgte auf dem Hinweg. Am frühen Nachmittag erreichte ich den Camper.
Tongario Nationalpark

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